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Album Info
Release Date: 2020-05-08Label: MPS Records
Man schreibt das Jahr 1971: George Duke, frisch den Mothers Of Invention entwachsen, hat beim Cannonball Adderley-Quintet angeheuert. Ab April entstehen in kurzer Folge zwei Einspielungen, die bei ihrem Erscheinen 1973 zu einem gewaltigen Statement in Form einer Doppel-LP zusammengefasst werden - im übrigen entgegen dem Willen des Künstlers. Im schlank besetzten Fusion-Kapitel Nummer Eins namens "Solus" erprobt Duke seine neue, bei Adderley geschulte Kompositionsphilosophie lediglich mit Bassist John Heard und Drummer Dick Berk. Die Platte ist sowohl noch dem jazzigen Umfeld verpflichtet, wie sich am harmonisch belebten Piano-Improvisationsfluss von "Love Reborn" oder dem beboppigen Umtrieb von "The Followers" zeigt. Sie deutet aber auch schon auf die Wichtigkeit der Keyboards in ganz unterschiedlichem Kontext hin: funkig-rockig in "Au-right", verträumt glimmend in "Peace". Und mit "Manya" lebt Duke schon exuberant seine experimentelle Synth-Seite aus.Eine ähnliche Richtungssuche setzt sich auf "The Inner Source" fort: "So There You Go" gibt sich als geradezu reizender Walzer mit E-Piano, "Some Time Ago" dagegen ist pure Klangfarbe und Atmosphäre. In "Nigerian Numberumba" finden wir ein exotisches Kleinod, das ein afrikanisches Lamellophon verschmitzt mit Echoplex und Ringmodulator nachbildet. Duke beginnt hier auch mit der Besetzung zu variieren: "Feels So Good" und "My Soul", mit Latin-Percussion unterfüttert, präsentieren pointierte Blech- und Holzbläserakzente (von Koryphäen aus dem Thad Jones- und Santana-Umfeld), genauso der title track, ein Meisterstreich an Quintett-Dramaturgie, mit dem Leader selbst an seinem Erstinstrument, der Posaune. Als Kuriosum liefern sich in "Twenty-Five" zwei Bässe einen Wettstreit. Das Finale "Always Constant" ist einer freien Sprache verpflichtet, die sich spontan im Studio entrollt hat.